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Satria Knoepfel

Trends in streetphotography

Teal and Orange Wenn man vor ein paar Jahren auf Instagram unterwegs war, ist einem sicher aufgefallen, dass viele Bilder einen bestimmten Look hatten. Was viele dieser Fotos gemeinsam hatten, war das Colorgrading. Die Bilder waren meist lebendig und hatten zwei Hauptfarben: Türkis und Orange (Teal and Orange). Dieses Colorgrading in Türkis und Orange war […]

Autumn vibes

Eine kurzer Beitrag über Trends in Streetphotography.

Teal and Orange

Wenn man vor ein paar Jahren auf Instagram unterwegs war, ist einem sicher aufgefallen, dass viele Bilder einen bestimmten Look hatten. Was viele dieser Fotos gemeinsam hatten, war das Colorgrading. Die Bilder waren meist lebendig und hatten zwei Hauptfarben: Türkis und Orange (Teal and Orange). Dieses Colorgrading in Türkis und Orange war eigentlich nichts Neues; es wurde bereits in den 2000er-Jahren verwendet. Berühmt wurde dieser Stil jedoch erst vor einigen Jahren, vermutlich um 2017. Genau sagen kann ich es leider nicht, da ich keine verlässlichen Quellen dazu gefunden habe.

Das Problem war nicht, dass es schlecht aussah, ganz im Gegenteil. Es wurde jedoch so exzessiv genutzt, dass es irgendwann überstrapaziert wirkte. Fast jeder postete auf Instagram Bilder in und von der Stadt (idealerweise nachts und bei Regen) mit diesem Colorgrading und vermarktete sie als „Street Photography“. Auch ich habe damals meine Fotos in diesem Stil bearbeitet. Als der Trend aber langsam abklang, begann ich, meine Bilder in einem anderen Stil zu bearbeiten.

Bokeh

Der Begriff Bokeh stammt aus dem japanischen Wort boke (暈け oder ボケ), was „Schleier“ oder „Unschärfe“ bedeutet. Fachsprachlich beschreibt es die Tiefenunschärfe eines Bildes. (Adobe, 2024)

Wenn Menschen auf der Straße fotografieren, nutzen sie häufig ein Objektiv mit Festbrennweite, da dies einige Vorteile bietet. Zum Beispiel ist ein solches Objektiv leichter, fördert eine bewusstere Auseinandersetzung mit der Kamerapositionierung und hat oft eine größere Blendenöffnung, was in Situationen mit wenig Licht sehr hilfreich sein kann.

Fotografiert man mit einer weit geöffneten Blende, wird der Hintergrund schön unscharf. Ein Effekt, den viele Fotografen jedoch zu oft einsetzen. Meiner Meinung nach ist es bei der Street Photography wichtig, dass man erkennen kann, wo ein Bild ungefähr aufgenommen wurde. Wenn der Hintergrund komplett unscharf gemacht wird, verlieren einige Bilder an Substanz und Bedeutung. Leider sieht man immer wieder Aufnahmen, die deutlich besser wären, wenn sie mit einer kleineren Blende gemacht worden wären. 

Weihnachtsbeleuchtung

In diesem „schlechten“ Beispiel sieht man, zwei meiner Punkte, die ich angesprochen habe. Auf diesem Bild hat man eine Christbaumkugel bei Nacht mit einer offenen Blende fotografiert, sodass der Hintergrund unscharf wird und die Lichter verblassen. Dadurch entsteht ein sogenanntes „Bokeh Light“. Das Colorgrading habe ich im Türkis-und-Orange-Stil bearbeitet. Dieses Bild ist ein typisches Beispiel für die Art von Fotos, wie man sie vor ein paar Jahren häufig auf Instagram gesehen hat..

Leading lines zhb

Bilder mit Leading Lines sind meist sehr einfach zu komponieren und geben dem Betrachter eine klare Richtung oder einen Weg vor, wie er das Bild wahrnehmen soll. Solche Bilder enthalten oft Linien, die von den Rändern zum Hauptsubjekt führen, was sie besonders klar und spannend macht. Häufig wird das Hauptsubjekt in die Bildmitte gesetzt, wie in diesem Beispiel hier. Sehr oft entstehen Bilder mit Leading Lines in Gassen, auf Strassen oder Schienen, da sich dort solche Linien leicht finden lassen.

Reflektionen

Raucher

Reflektionsbilder sind häufig Bilder, bei denen Fensterscheiben oder Wasser benutzt werden, um das Bild zu reflektieren. In diesem Beispiel wurde das Bild an einem Schaufensterladen eines Ladens geschossen. Das Bild ist aber nicht wie normale Reflektionsbilder, welche die Reflektion benutzen, um ein Subjekt zu duplizieren, sondern um die Tiefen vom Bild zu layern. Man sieht auch die Schaufensterpuppen im Vordergrund. Das Hauptsubjekt ist in diesem Fall eine Reflektion eines Mannes, der raucht. 

Harsh Light

Evening in zürich

Bei Bildern im Harsh Light Stil, werden meist nur Silhouetten oder Details gezeigt, wo das Licht scheint. So kann man ein Bild vereinfachen. Und wie in der Fotografie bekannt ist, ist weniger mehr. Es hat weniger Objekte, die stören oder den Fokus vom Hauptsubjekt ablenken. Und es gibt dem Bild einen artistischen Stil. Hier in diesem Beispiel sieht man, dass die Schatten stark verdunkelt wurden, was dem Bild viel Negative Space gibt.

Framing

Serenity in zhb

Framing bedeutet, dass man das Subjekt zwischen einem oder zwei Objekten fotografiert. Um das Subjekt somit mehr in den Fokus zur rücken. Bei diesem Bild wurde das Framing perfekt umgesetzt. Das Subjekt (in diesem Fall die Frau) wurde durch Geländer hindurch geschossen. Das Geländer als Vordergrund hilft mit der Isolierung des Bildes. Es ist wie eine natürliche Vignette.

Panning

Stressfull day in altstadt

Panning Shots werden geschossen, indem man die Kamera von einer zur anderen Seite schwenkt und das Subjekt verfolgt, wie in diesem Beispiel hier. Bei Panning Shots ist es unerlässlich, dass man eine lange Verschlusszeit hat und eine hohe Blende. Das Bild wurde mit 1/20 Sekunde geschossen und eine Blende von f/14. Sehr passend in diesem Bild sind die verschiedenen Blaustiche und dass die Farben gut miteinander spielen.

Mein Bildstyle

Alltag bei der hardbrücke

Ich arbeite bei meinen Bildern gerne mit dem Layern von Tiefen mit meist viel Kontrast. Dort spiele ich gerne mit den Schatten und Highlights der Bilder. Es ist so zu sagen wie ein Framing in einem Framing. Das Bild hier gibt das gut wieder. Ich habe oben und unten zwei Objekte verwendet um das Häuschen zu framen. Das Häuschen selbst framed gleichzeitig das Hauptsubjekt. Dieses Bild habe ich digital geschossen. Zusätzlich habe ich, was ich gerne mache, dem Bild mit einem Emulator einen Filmlook gegeben.

Warum diese Trends nicht «gut» sind

Oben habe ich verschiedene Trends erwähnt. Einige die ich persönlich schlecht finde und andere, welche mir zusagen. Nun erkläre ich euch, weshalb sie überhaupt „schlecht“ sind. Obwohl auch ich selbst diesen Trends gefolgt bin. Geroge Holden (Fotograf und Content Creator) sagte folgendes: Bei Streetphotography geht es darum, Momente festzuhalten. Wobei es das Problem gibt, dass die Photography Trends, die man auf Social Media sieht, und Tutorialvideos die einem Streetphotography „beibringen“ meist Bilder sind, die man sehr einfach nachreplizieren kann. Dies hat zur Folge, dass die Bilder, die man heutzutage sieht, sehr repetitiv und langweilig wirken. Viele folgen diesen Tipps und Tricks, die sie gesehen haben und denken sich: „Ah so ist es, so ist wird man ein Streetphotographer, also muss es ich so umsetzen“. 

Dies ist allerdings das falsche Mindset, denn heutzutage fotografieren viele nur um Content als Zwischenprodukt zu kreieren. Und wenn diese Trends bekannt werden, wird das zum Standardbild von guter Streetphotography im Vergleich zu andern (Youtube, 2023). Streetphotography ist ein sehr breites Genre und genau das, was auch häufig auf Social Media präsentiert wird (Ng, 2019). Das Problem dabei ist, dass es in der Fotografie kein richtig oder falsch in dem Sinn gibt und die Trends alle mehr oder weniger akzeptabel sind. Man sollte allerdings nicht das Gefühl haben, dass jeder die gleichen Bilder erstellen soll, sondern auch mal aus der Komfortzone rauskommen. Ich denke am besten ist es, wenn man die Bilder von Streetphotography Legenden anschaut und sieht, wie sie die Bilder geschossen haben und warum sie diese so geschossen haben. Und man sollte sich mehr in die Kunst der Fotografie vertiefen. Alles, was ich hier aufgeschrieben habe, ist meine persönliche Meinung und die Meinung von ein paar anderen Leuten. Selbstverständlich kann aber jeder seine eigene Meinung dazu haben. Also nehmt alles, was ich hier geschrieben habe mit ein bisschen Humor.

Cinematic lights

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