Das Flüssige Gold Asiens
Obwohl es bereits diverse asiatische Restaurants in Zürich gibt, hat sich das Co Chin Chin
entschlossen, ein neues Lokal im Seefeld zu eröffnen. Während einer kulinarischen Reise
durch Vietnam, finden wir heraus, weshalb es das Restaurant trotzdem braucht, was es mit
all den Vorurteilen auf sich hat und warum man unbedingt das flüssige Gold Asiens testen
sollte.
PROJEKTINFOS
Obwohl es bereits diverse asiatische Restaurants in Zürich gibt, hat sich das Co Chin Chin entschlossen, ein neues Lokal im Seefeld zu eröffnen. Während einer kulinarischen Reise durch Vietnam, finden wir heraus, weshalb es das Restaurant trotzdem braucht, was es mit all den Vorurteilen auf sich hat und warum man unbedingt das flüssige Gold Asiens testen sollte.
Überraschend anders
«Das Leben ist zu kurz für fade Suppen» (Saigon, o.J.)
Mit diesem Motto begrüsst das Restaurant Co Chin Chin seit September 2023 seine Gäste im Zürcher Seefeld. Die «Brasserie» ist das neuste Lokal der beliebten Restaurantkette im Herzen von Zürich.
Mit seiner authentischen Ausstrahlung hebt es sich erfrischend und modern hervor. Im Seefeld gibt es bereits viele etablierte asiatische Restaurants. China, Japan und Thailand sind wohl die gängigsten Länder, wenn es um kulinarische Vielfalt geht. An Vietnam denkt wahrscheinlich niemand als Erstes. Genau deshalb ist das Co Chin Chin etwas Besonderes. Es repräsentiert die noch unbekannte vietnamesische Küche besser als jedes andere Restaurant.
Der strenge Geruch nach gebratenen Nudeln, das viele Öl an frittierten Frühlingsrollen, die goldenen Winke Katzen und (meist) gut gemeinten Vorhersagen aus Glückskeksen: Diese Dinge haben nur etwas gemeinsam – sie alle sucht man hier vergebens. Und wenn wir gerade dabei sind – Asiaten sind auch nicht alle gleich!
Nach einem Besuch in der Brasserie wird klar, dass diese gängigen Klischees nicht der Realität entsprechen. Tauchen Sie ein in eine kulinarische Entdeckungsreise nach Vietnam mitten in Zürich und erleben Sie selbst die Besonderheiten dieses Ortes.

Liebe zum Detail
«Das Bild Vietnams ist vielfach geprägt» (Brigitte Freimüller, 2008)
Schon beim Eingang entdeckt man überall kleine Hinweise auf die Überbleibsel der französischen Kolonialherrschaft in Vietnam. Von Aussen zieren vietnamesische Wörter mit Übersetzung die Schaufenster. Fast 100 Jahre haben die Franzosen nicht nur die Sprache, sondern auch das Essen in der vietnamesischen Kultur geprägt (ebd). Wörter wie «cà phê» für Kaffee oder „xe xích lô“ für Velo (Cyclo) sind nur zwei Beispiele dafür.
Immer wieder begegnet man Begriffe, welche sich aus dem Französischen ableiten. Daher verwundert es nur wenig, dass man auf der Speisekarte vietnamesische Versionen von Crêpe oder Baguette als Hauptgerichte vorfindet. Das Menü zeigt klar: Hier soll man sich heimisch fühlen. Die Gerichte sind alle mit ihrem originalen vietnamesischen Namen aufgeführt, wodurch man bei der Bestellung automatisch ein erstes Mal auf vietnamesisch kommuniziert.

Willkommen in Vietnam
Hier bekommt man sie an jeder Ecke (vgl. Vietnamreise Tipps, o.J.)
Kaum hingesetzt, wird man mit herzlicher asiatischer Gastfreundschaft begrüsst. Auf Wunsch kriegt man eine frisch geköpfte Kokosnuss. Ein Gefühl, welches man sonst nur aus dem Urlaub kennt. Hat man das köstliche Kokosnusswasser getrunken, wird die Kokosnuss wieder eingesammelt. Sie wird später zum Abschluss des Abends mittig halbiert und als Dessert nochmals aufgetischt. Das klare Kokosnusswasser und das zarte Fruchtfleisch sind nicht das einzige Erlebnis, das einen direkt in den Fernen Osten entführt.
Denn die Brasserie setzt nicht nur auf authentische Geschmackserlebnisse, sondern auch auf die ästhetische Präsentation ihrer Gerichte. Die Speisen werden nicht einfach serviert, sie sind regelrechte Kunstwerke. Bananenblätter zieren die geflochtenen Bambusteller. Bunte essbare Blüten, rote feurige Chilischoten und das saftige Grün der Beilagen schmücken zusätzlich den Tisch. Durch die kunstvollen Farbkompositionen und das geschmackvolle Anrichten begibt man sich bereits beim Anblick auf kulinarische Reise.
Die Verbindung von Tradition und Moderne spiegelt sich nicht nur in der Küche, sondern auch im Ambiente wider. Traditionelle vietnamesische Elemente verschmelzen harmonisch mit modernem Design, wodurch eine einladende Atmosphäre entsteht. Man erkennt eine simple asiatische Innenausstattung, minimalistisch gehalten mit natürlichen Blau- und Grüntönen, zusammen mit erdigen Nuancen. Einige Wände zieren kunstvoll gestaltete Wandbilder, die die Geschichte und Kultur Vietnams aufgreifen und den Raum mit einer einzigartigen Identität füllen.


Bester kulinarischer Export
«Man geniesst sie zum Frühstück, aber auch als Mitternachtssnack» (Asiastreetfood, o.J.)
Der Höhepunkt des Besuchs ist der wohl grösste und bekannteste kulinarische Export, den man Vietnam zuschreiben kann – die Nudelsuppe «Pho». Was sie so besonders schmackhaft macht, lässt sich schnell herausfinden. Zusätzlich zu den frischen Beilagen und dem feinen Rindsfilet, entdeckt man bei genauerem Hinsehen ungewöhnliche Gewürze, die hierzulande eher zum Backen von Weihnachtsgebäck üblich sind. Anissterne und Zimtstangen verleihen der Suppe ein warmes und feuriges Aroma. Auch Koriander und Minze sind Kräuter, die man in herkömmlichen Suppen selten zu Gesicht bekommt.
«Ursprünglich assen die Vietnamesen Schwein, Huhn, Fisch und Meeresfrüchte. Rind kam nur auf den Tisch, wenn der Arbeitsochse aus Altersgründen geschlachtet wurde. Erst durch die Anwesenheit der Franzosen […] erschien Rindfleisch auf dem täglichen Speisezettel der Vietnamesen. Die Franzosen nahmen sich die besten Stücke, übrig blieben Knochen, Sehnen und zähes Fleisch. Die vietnamesischen Köche und Köchinnen, gewohnt ein Tier komplett zu verwerten, kochten daraus eine kräftige Brühe mit Fleischeinlagen. Fertig war der Vorläufer der Pho Bo» (ebd).
Es gibt einige Theorien, woher die Nudelsuppe Pho ihren Namen hat. Die naheliegendste ist wahrscheinlich auch aus dem Französischen. «Pot au feu» bedeutet übersetzt Feuertopf. Historisch gesehen wurde die Suppe nämlich in einem Topf über dem Feuer stundenlang zubereitet. Das besondere Element dieser Suppe ist zweifellos die Brühe mit dem Knochenmark, welche zuvor ausgiebig gekocht wird. Ab dem ersten Biss hat man das Gefühl, man sitzt mitten in Saigon. Als Alternative bietet das Restaurant Konjaknudeln für die Suppe an, die aus der gleichnamigen Wurzel hergestellt werden. Dadurch kann die Pho auch als Low-Carb Variante verzehrt werden.

Teezeremonie
«Das Alltagsgetränk schlechthin» (Roberts-Teehaus, o.J.)
Zum Abschluss der Reise macht man einen Abstecher in die weitläufigen Tee- und Kaffeeplantagen des Landes. Die importierten Teeblätter und gemahlenen Kaffeebohnen werden mit der imposanten und beeindruckenden Kaffeemaschine für die Zeremonie vorbereitet. Dadurch geniesst man nicht nur den Tee in seiner reinsten Form, sondern kann auch innehalten und den hektischen Alltag hinter sich lassen. Für eine süsse Note wird zum Tee gerne ein Stück kandierter Ingwer gereicht. Jasmin- oder Lemongrastee sind dabei sehr beliebt und passen gut zum typisch asiatischen Ingwer.
Wie man schon vermuten kann, haben auch hier die Franzosen den Kaffee ins Land gebracht. Jedoch haben die Vietnamesen etwas ganz Eigenes daraus gemacht: Cà Phê Sữa Dà. Kräftiger Kaffee mit Kondensmilch und Eiswürfeln zubereitet (vgl. Asiastreetfood Simi & Stefan, o.J.).
«Kaffee oder Tee, das ist in diesem Land oft gar nicht die Frage, […] hier gibt es […] sehr häufig beides zusammen» (ebd).
Für diejenigen, die dann noch nicht genug haben, werden an der Bar, direkt neben der Kaffeemaschine, auch exotische und lokale Cocktails kreiert.

Das Geheimnis der ewigen Jugend
Schon vor Jahrhunderten ein bewährtes Heil- und Stärkungsmittel
(vgl. Natur & Heilen, 2020)
Es ist bekannt, dass Asiaten mit einem ewig jungen Aussehen gesegnet sind. Doch nicht nur die Gene tragen dazu bei. Ein grosser Teil vom Geheimnis der ewigen Jugend steckt in der abwechslungsreichen und sehr frischen Ernährung (Minseo, Mona, 2018).
Besonders im Knochenmark, welches eine prominente Zutat der Nudelsuppe Pho ist, stecken sehr viele verschiedene Nährstoffe, welche durch das langsame Kochen in einer Brühe verstärkt und extrahiert werden. Nicht umsonst nennt man die Suppe «das flüssige Gold Asiens». Diese gesundheitsfördernden Bestandteile regen unter anderem die Kollagenbildung an, welche die Hautelastizität verbessert und strafft. Auch die weiteren Speisen sind reich an verschiedenen Inhaltsstoffen.
Durch das authentische Auftreten zieht das Restaurant nicht nur neugierige Foodies an, sondern begeistert auch die vietnamesische Community in Zürich. Aber nicht nur für Asiaten lohnt sich ein Besuch im Co Chin Chin, denn der Verzicht auf Geschmacksverstärker wie Glutamat und die frischen Zutaten zeichnen ein exzellentes Geschmackserlebnis in der neuen Brasserie aus. Man fühlt sich warm empfangen und lecker bekocht wie bei Oma zu Hause.
Auch ohne einen Glückskeks zu öffnen, weiss man spätestens jetzt, dass sich ein Besuch im Co Chin Chin auf jeden Fall lohnen wird.







