WandArt
Street-Art kann das Stadtbild auf vielfältige Weise
verändern. Sie kann Farbe und Leben in ansonsten graue und triste Wände bringen. Sie kann
Orte verwandeln und Menschen zusammenbringen. Doch wie entsteht Street-Art?
PROJEKTINFOS
Joel Bubeck
In vielen Städten haben sich in den letzten Jahren die Graffiti an den Wänden gehäuft. Was früher als Vandalismus galt, ist mittlerweile zu einem kulturellen Phänomen avanciert. Aber was macht Street-Art aus und wie hat sie sich entwickelt? Kann sie das Stadtbild tatsächlich verändern? Ich habe mich mit dem Künstler Joel Bubeck vom Atelier WandArt getroffen und mit ihm über seinen Werdegang, die Szene und seine Arbeiten zu reden.
Was ist Streetart?
Street-Art ist eine Kunstform, die im öffentlichen Raum entsteht. In den letzten
Jahren ist sie zunehmend in die Öffentlichkeit getreten und hat das Stadtbild in
vielen Städten verändert. WandArt – Kunst oder Vandalismus? Dies ist eine Frage,
die sich viele stellen, wen sie Street-Art zum ersten Mal sehen. Die Grenze zwischen
Kunst und Vandalismus ist oft fließend und hängt von der Perspektive des
Betrachters ab. In der Regel gilt jedoch: Wenn die Street-Art ohne Zustimmung des
Eigentümers angebracht wird, ist es Vandalismus. Wenn es jedoch mit Erlaubnis
des Eigentümers geschieht oder in einem öffentlichen Raum entsteht, kann es als
Kunst angesehen werden. Street-Art kann das Stadtbild auf vielfältige Weise
verändern. Sie kann Farbe und Leben in ansonsten graue und triste Wände bringen. Sie kann
Orte verwandeln und Menschen zusammenbringen. In manchen Fällen kann sie
auch politische Aussagen machen oder soziale Probleme aufgreifen. In jeder größeren
Stadt gibt es Künstler, die ihre eigene Vision der Street-Art verwirklichen. Durch die
Verbreitung der Kunst auf Social Media können diese Künstler ihre Werke leicht mit
der Öffentlichkeit teilen und so ihren Ruhm mehren.
Ein neuanfang
Schon mit Jungen Jahren entwickelte Joel eine liebe fürs Zeichnen. Mit 14 Jahren
hat er mit dem Zeichnen begonnen. Durch die Zeit kam er auch auf den Geschmack von
Grafittis, sammelte Erfahrungen auf der Strasse und beschloss dann im Jahr 2016 mit seinem
Freund Timo den schritt zu wagen, ihre Firma WandArt in das Handelsregister einzutragen und
mit Graffitis Geld zu verdienen. Laut Joel fühlt er sich eher nicht als Künstler, «Ich bin eher
Handwerker, wir machen die Wandmalereien eher als Auftrag als ein Statement zu setzen».
Einigen Graffitigruppen passt die kommerzialisierte Graffitikunst nicht, und sie
übersprühen die Kunst der beiden immer wieder mit eigenen Graffitis. «Wir haben
begonnen unsere Wandmalereien mit Graffitischutz zu übermalen, weil es
manchmal 2 Tage gedauert hat und die ganze Arbeit für nichts war.», erzählt Joel,
während er in Seinem Atelier eine Vorlage für das nächste Projekt ausschneidet.
Die Vorlage schneidet er aus, um es einfacher zu haben bei der Wandmalerei.
Neben der Wandmalerei geben die beiden auch Workshops in Graffiti, Illustration
und Comiczeichnen, Schriftgestaltung und Kalligrafie sowie Siebdruck.
Workshops werden von verschiedensten Altersgruppen besucht. Firmen aber auch
schwererziehbare Kinder besuchen sie. Bei den Workshops kommt es drauf an wie lange
sie dauern. Wenn sie eine Woche gehen, dann kann man auch Stylewriting anschauen.
Style Writing ist die am weitesten verbreitete Form des Graffitis. Die Schrift, bestehend aus
Buchstaben und Zahlen, stellt das grundlegende Element dar. Ziel des Writers ist
eine möglichst große Verbreitung seines Pseudonyms in Verbindung mit der
weitestgehend einzigartigen ästhetischen Gestaltung des Bildelementes.
Doch wenn sie nur einen Tag dauern, albert man meistens ein wenig herum und füllt etwas
mit Spraydosen aus. Aber Leider reichen diese Workshops natürlich
nicht, um den Style zu perfektionieren. Da muss man jede Woche daran üben um
etwas tolles zu erschaffen und einen eigenen Stil zu entwickeln.
Das Atelier
Das Atelier ist das Herzstück der Firma, wo sie ihre ganzen Spraydosen und Farben lagern.
«Hier Lagern wir alles, und bereiten unsere Projekte vor», erzählt er, «auch das Drucken von
T-Shirts wird hier gemacht.» Neben den Graffitis macht Joel auch andere Sachen, wie zum Beispiel
das Siebdrucken auf T-Shirts, Taschen und Schlüsselanhängern auf Auftrag.
Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einem Gummirakel durch ein
Feinmaschiges Gewebe durchgepresst wird und auf das zu bedruckende Material gedruckt wird.
An den Stellen, wo keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Öffnungen des Gewebes mit
einer Schablone Farbundruchlässig gemacht.
Die Werke auf die Joel am meisten Stolz ist, sind das Tierheim der Stiftung TBB.
Dort gestalteten die beiden einen Interaktiven Lehrpfad in Kollaboration mit dem Holzbildhauer
Severin Maurer. Auch das bemalen der MS Evolutie war für ihn
eine riesige Ehre, sagt er. «Es ist eine Spezielle Leinwand, um darauf zu malen
und es hat mir Spass gemacht»












